Presse

“…Der Yakou Tribe wirkt frisch und neu, und dennoch steht die Band noch hundertprozentig zu der Musik, die für sie seit jeher charakteristisch ist. Brückner, von Klewitz und Co. zeichnen sich dadurch aus, dass sie für jeden Track eine neue Verabredung zwischen Kontinuität und Veränderung finden. Sie bedürfen längst nicht mehr der internationalen Vergleiche, sondern definieren ihren eigenen Markenkern: kurze, zugängliche Jazz-Songs zwischen dezenter Melancholie und unaufdringlicher Heiterkeit, die ihre eigenen Bilder entfalten. Vier Musiker, die nicht miteinander spielen, weil sie einander auf Gedeih und Verderb ausgeliefert wären, sondern weil sie gar nichts anderes wollen. Diese Kraft, diese Leidenschaft und dieser Spaß überträgt sich unweigerlich auf den Hörer. Yakou Tribe ist ein Bündnis fabulierfreudiger Singer/Songwriter, die ihre Texte durch individuelle Klangfarben ersetzen. Vor allem können sie loslassen. Wenn eine Band, die seit mehr als zehn Jahren zusammen ist, ihr viertes Album mit derselben Leidenschaft und Entschlossenheit einspielt, als wäre es die erste Platte, dann hat sie alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht.”
Wolf Kampmann, 2012

“…Rituals, die neue (ingesamt dritte) CD des Yakou Tribe hat eine lange Entstehungsgeschichte hinter sich. Doch die Berliner Band nutzte die Zeit seit den ersten Aufnahmen im Jahr 2005 nicht für endloses, gleichmachendes Überarbeiten ihrer Stücke, sondern für gezieltes Ausweiten ihrer klanglichen Substanz. Vor allem Gitarrist Kai Brückner sorgt durch die Erweiterung seines Instrumentariums für zusätzliche Farben. Die Slide-Gitarre auf “16 Days” nickt lässig zu Ry Cooder und Bill Frisell hinüber, mit seinem Banjo-Einsatz erinnert “Raogo” an Bill Evans Bluegrass-Experimente mit Bela Fleck, und die Mandoline gibt Jan von Klewitz’ osteuropäisch angehauchtem “Jig” einen feinen Folk-Beigeschmack. Doch der Verdacht, hier würde nur munter und etwas beliebig in fremden Gebieten gewildert, wäre grundfalsch. Insgesamt bleiben die vier von Yakou Tribe ihrer eigenständigen Verarbeitung von Americana-Einflüssen treu, für die sie schon mit ihren ersten beiden CDs viel Lob geerntet haben. Obwohl Kai Brückner die meisten der Stücke geschrieben hat, ist “Rituals” keine Gitarristen-, sondern eindeutig eine Bandplatte. Obwohl sie musikalisch vielfältig und abwechslungsreich daherkommt, zeichnet sie sich auf wundersame Weise durch einen schlüssigen Gesamtklang aus. Gerade im Vergleich zu Floratone wirkt sie auf angenehme Weise ungekünstelt . Dies ist eine Band, die sich ganz altmodisch gemeinsam und organisch weiterentwickelt, statt verkrampft nach immer neuen Kicks Ausschau zu halten.”
Jazzthetik 10/2007, Guido Diesing